Australische Wissenschaftler führten die ersten Tests einer tragbaren Atomuhr an Bord eines Schiffes der Australischen Marine während einer Ausfahrt auf See durch. Dies ebnet den Weg für die Entwicklung präziser Positionierungssysteme, die nicht von Satellitennavigation abhängig sind. Dies gab die Universität Adelaide bekannt.
Die Tests wurden an Bord des Schulschiffs der Königlich Australischen Marine Sycamore durchgeführt. Die Arbeiten wurden von einem Team des Instituts für Photonik und fortgeschrittene Sensoren der Universität Adelaide geleitet.
Während des Tests arbeitete das Gerät mehrere Tage lang ununterbrochen und behielt trotz Schaukelei, Vibrationen und wechselnden Bedingungen der Meeresumgebung stabile Eigenschaften bei. Laut den Forschern zeigte das System die gleiche Genauigkeit wie unter Laborbedingungen.
Das neue Gerät unterscheidet sich von traditionellen Atomuhren, die üblicherweise für den stationären Einsatz in kontrollierter Umgebung konzipiert sind und eine eingeschränkte Mobilität aufweisen.
Das System nutzt die Schwingungen von lasergekühlten Ytterbium-Atomen, was eine äußerst präzise Zeitmessung ermöglicht.
Die Technologie besitzt Potenzial für den Einsatz in der militärischen Navigation, insbesondere für eine genauere Positionierung bei fehlendem oder gestörtem GPS-Signal. Das Gerät kann auch in der Telekommunikation für eine präzisere Synchronisation großer Datenübertragungsnetze eingesetzt werden.
Atomuhren selbst bestimmen keine Koordinaten, sondern liefern eine ultrapräzise Zeit, die eine grundlegende Variable für die Navigation darstellt. In den meisten Systemen werden Koordinaten durch Messung der Laufzeit von Signalen oder Bewegungsänderungen berechnet, daher gilt: Je genauer die Uhr, desto genauer kann der Standort bestimmt werden.
Stabile Atomuhren ermöglichen eine genauere Messung von Zeitintervallen und die Arbeit mit alternativen Positionierungsquellen wie Funkfeuern, Systemen vom Typ eLoran oder synchronisierten Sensornetzwerken.